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Kolimer 1983
 
Mine
 

Widmung an Kolimer´s Familien und deren Nachwuchs
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Ich begrüße Sie auf diesem Portal und wünsche Ihnen, dass sie sich hier wohlfühlen - wie in guten alten Zeiten als gern gesehener Besucher in Kolimer.

 

Das Portal ist dem Ort und den Familien Tesanovic und Toromanovic gewidmet, die in den Bergen von Majevica in Bosnien gelebt haben. Nach mehr als 25 Jahren befand ich mich auf dem Weg von Bijeljina nach Tuzla. Währenddessen besuchte ich kurz meinen Geburtsort. Erinnerungen und Trauer überkamen mich über das verschwundene Leben, über die Ruhe, die geblieben ist. Ich ging auf zugewachsenen Wegen, vorbei an Ruinen von Häusern, in denen früher Glück und Freude herrschten. Eine Idee war geboren, die schon viel früher aufgekommen war, aber jetzt mit diesen Eindrücken noch stärker wurde: Ein Denkmal setzen für unvergessliche Erinnerungen.

Es waren die Erlebnisse meiner Kindheit.
Jahreszeiten wechselten, jede von ihnen war wie ein Traum im Paradies. Der Herbst bot seltene Früchte, die bis gestern noch zwischen den Blättern versteckt waren. Er verwandelte die Natur in ein nacktes Gebilde und alle Früchte wurden förmlich "in die Hand gelegt". Der Regen war warm und machte uns glücklich. Wir Kinder bastelten aus getrockneten Maisstängeln kleine Wassermühlen und waren begeistert beim Betrachten, wie sie sich drehten in kleinen Wasserstrudeln, die durch den Regen gerade entstanden waren.

Der nächtliche Himmel zeigte sich mit vielen Sternen und mit gleicher Intensität wie im Sommer, aber jetzt, so als wolle er uns sagen: Es wird kälter, bald wird es schneien. Auch das gehörte in den Zyklus des Kolimer Paradieses. Auch der Winter hatte seine Besonderheiten. Die Bewohner bereiteten sich auf diese Jahreszeit vor, indem sie Nahrungsvorräte sammelten. Für uns Kinder war dies wie ein Traum, ein Kuchen extra, den man nur in dieser Jahreszeit backte. Überall verschneite und teilweise freigemachte Wege, egal, wohin man sich bewegte. Mir, als kleiner Junge, war er über den Kopf gewachsen. Ich fühlte mich aber nicht verloren, ich war glücklich!

Cvikos Drago, Joja mit Milans Stanko, Blagojes Jela, Diva, Vinka, ich und andere Kinder, die jünger waren als wir, waren von morgens bis abends draußen im Schnee. Wir alle hatten geerbte Schlitten oder Schlitten, die von unseren älteren Geschwistern gebaut worden waren. Die Möglichkeiten zum Schlittenfahren waren überall um uns herum. Runter vom Mladjens Berg nach Janjici, von Milans Ravna njiva runter über den Kolimer in die gleiche Richtung oder von Cvikos Ostrik bis in unseren Garten.

Wenn aber der Frühling kam, kam auch ein neuer Traum, ein neues Erwachen. Wir Kinder waren nach der Schule mehr oder weniger dafür zuständig, uns um die Rinder und andere Nutztiere zu kümmern. Das bedeutete, die Kühe in den "Großen Wald" zu treiben und dorthin gehörten dann auch wir Kinder. Jeder Tag war voller Erlebnisse. Wälder rundherum mit dicken Teppichen getrockneter Blätter. Die Blätterberge haben uns buchstäblich aufgefordert, uns dort niederzulassen und zu spielen. Die Zeit verging wie im Fluge und alle Arten von Pilzen wuchsen überall. Ich konnte damals bis zu sieben essbare Sorten unterscheiden. Man spürte den Duft der ersten Waldblumen, die Nächte waren so warm, dass man auch draußen übernachten konnte. Joja und ich schliefen oft im Königsfarngewächs, oberhalb unserer Häuser. Ich erlebte fantastische Nächte im Paradies von Kolimer!

Nirgends war Licht, aber die Sterne am Himmel waren nah neben unserem Kopf. Selbst wenn der Mond nicht da war, gaben die Sterne Licht zum Sehen. Sterne über uns, leuchtende Fliegen um uns herum.

Die Mütter bereiteten luftgetrockneten Käse und wir, die Jugend, die sogenannten "Lile" (Fackeln aus getrockneter Wildkirschenrinde) zum christlichen Feiertag namens "Peterstag". Bei einsetzender Dunkelheit setzte sich dann eine leuchtende Schlange von Haus zu Haus in Bewegung. In der gesamten Gebirgslandschaft und allen Dörfern rundherum leuchtete der Weg der Jüngsten. Jeder Jugendliche hatte das Hemd voll von diesen Käsestücken.

Im Ort, oberhalb Zivkos Haus, war ein grüner Fleck, der für uns Kinder als Haupttreffpunkt diente. Hier stand  ein riesengroßer, schwarzer, schräg gewachsener Maulbeerbaum. Dieser ragte bis zum Garten von Simos Draginja und in den Hausgarten von Jovos Radojka. Für uns im Ort war dieser Maulbeerbaum ein Magnet, auch für Besucher, weil er das Grandioseste in der gesamten Umgebung war. Er wuchs dort, wo man nicht vermuten konnte, dass er jemandem gehörte. Er war übervoll von großen schwarzen Beeren. Auch wenn man bis zum Abend alle Früchte geerntet hatte  (die reifen fielen von selbst vom Baum), am nächsten Tag war der Baum wieder voller neuer Früchte. Dieser Baum war weit und breit eine Attraktion. Wir Dörfler verbrachten die meisten Sommertage um ihn herum.

Eine Seite der Gegend grenzte an den Ort Seljublje. Hier gab es einen kleinen Fluss, an dem wir Fische angelten und badeten. Seljubljer Mehmed hatte dort eine Wasserkraftmühle, in der wir unser Mais und Korn mahlten. Auf der anderen Seite unseres Ortes befand sich ein richtiger Urwald, durch den ein wilder Bach floss. Dort haben wir Mengen an Flusskrebsen gefangen und fanden viel Geheimnisvolles.

Ich denke..., ich erinnere mich..., an viele verschiedene Obstsorten, wie wilde Wildbaumdatteln, Kornelkirschen, Mispeln, Schlehendornfrüchte und solche, deren Übersetzung mir noch immer fehlen, wie die seltene Birnensorte "Jeribasma". Es gab viele Kirsch- und Apfelarten.
Ich erinnere mich an Mengen von Mais und Erzeugnissen, die man daraus gebacken oder sonstwie gezaubert hat. Ich denke an alle Arten von Pfannkuchen und am meistens an den, der mit Maismehl und der ersten Kuhmilch nach Geburt eines Kälbchens gemacht wurde.

ttheo2009

 

Kolimer

     
Kolimers Früchte
   
   
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